Ruhrgebiet - Kulturhauptstadt

Ruhrgebiet – Kulturhauptstadt

DAS WIRD EIN TOLLER SOMMER

53 Städte des Ruhrgebiets zeigen gemeinsam als „Kulturhauptstadt Europas”, dass zwischen Duisburg, Essen, Bottrop und Dortmund inzwischen wirklich alles ganz anders ist, als man denkt.

Natürlich muss eine Reise ins Ruhrgebiet mit der passenden Musik beginnen.  Deshalb sollte man die CD griffbereit haben, wenn am Horizont die ersten … – jetzt würde man gerne „Schlote“ schreiben, aber die gibt es hier ja kaum noch. Es gibt überhaupt nur sehr wenig von dem, was man bisher immer gerne mit dem Ruhrgebiet in Verbindung gebracht hat. Die meisten Zechen sind verschwunden beziehungsweise umgebaut, der Himmel ist nicht mehr grau, und Rauchsäulen sieht man auch nicht mehr. Bochum aber ist noch da. Die Stadt, der Herbert Grönemeyer in den Achtzigern eine musikalische Liebeserklärung geschrieben hat, deren Text noch immer jeder hier auswendig kann und ihn bei den Heimspielen des VfL inbrünstig Richtung Rasen schmettert, ist eine gute erste Station. Und das Passieren des Bochumer Ortsschilds ein guter Moment, um die CD einzulegen: „Tief im Westen, wo die Sonne verstaubt“, singt Grönemeyer, „ist es besser, viel besser, als man glaubt …“ Ach ja.

Vorurteile und Klischees

Vom ebenfalls ziemlich gebeutelten Ostfriesland einmal abgesehen gibt es in Deutschland keine Region, an der sie derart zäh kleben wie am Ruhrgebiet. Wer an das denkt, denkt an Kohlenpott, dem fallen Stahlwerke und Taubenzüchter und Männer mit verdreckten Gesichtern ein und all solche Dinge, der beschwört in Gedanken ein Land zwischen Schalke und Industriecharme: Mountainbiker auf einem Schuttberg im Landschaftspark Duisburg. Schimanski herauf, in dem die Menschen sich ausschließlich von Currywurst mit Pommes rot-weiß und Flaschenbier ernähren und die Wäsche auf der Leine schon wieder grau ist, bevor sie trocknen konnte.

Und dann ist man im Ruhrgebiet,

und alles ist – grün. So grün, dass man bei seiner Tour durch das Revier vom ersten Tag an immer wieder den Eindruck hat, das Reisemobil-GPS habe einen versehentlich ins Sauerland dirigiert. Überall Parks! Überall Gärten! Überall Seen! Man kann hier komplette Urlaube an Sandstränden verbringen, kann Segeln lernen oder Windsurfen, Sandburgen bauen oder nur mit den Zehen im Sand buddeln.

Der Essener Baldeneysee

ist so ein Vorzeigerevier für alle, die im Revier ein wenig Mittelmeeratmosphäre suchen, aber es gibt noch weitere: den Kemnader See in Bochum zum Beispiel oder den Duisburger Wolfsee, alle komplett mit Sandstrand und Surfern und Liegen, in denen gut gelaunte Menschen Cocktails trinken. Das ist noch so ein typisches Ruhrgebiets-Merkmal: Die Menschen hier sind aktiv. Sobald es das Wetter zulässt, sind sie draußen in der – ja, doch: Natur. Grün ist das Revier nämlich nicht bloß in seinen künstlich angelegten Parks und Gärten, sondern auch um und zwischen seinen Städten. Oft wechseln Stadt und Land völlig unangekündigt, oft liegen zwischen stillgelegter Industrieanlage und dichtem Laubwald nur 30 Sekunden auf dem Rad. Besonders auffallend ist das entlang des Ruhr-Radwanderwegs, an dem das Revier beinahe idyllisch daherkommt mit seinen Fachwerkhäusern und Naturschutzgebieten. Wer hier die Räder vom Reisemobil nimmt, kann lange Tagestouren machen und niemals auch nur in die Nähe einer Innenstadt kommen. Wenn man dann gegen Abend irgendwoin einem Biergartenunter uralten Lindenbäumen sitzt und ernsthaft nachzählt, kann es gut sein, dass man weitaus mehr Kaninchen und Eichhörnchen gesehen hat als Autos. In solchen Momenten lässt sich leicht vergessen, dass es auch ein anderes Ruhrgebiet gibt. Eines, dem man seine lange, schwere Vergangenheit ansieht, das mitgenommen wirkt, erschöpft, ausgelaugt. Solche Straßen, Viertel, Stadtansichten gehören zum Revier, und das Revier zeigt sie, ohne sich für sie zu schämen. Wie sonst vielleicht nur noch in Berlin liegen in Städten wie Essen oder Dortmund das Schöne und Nichtsoschöne nebeneinander, findet man atemberaubend designte Bars neben gesichtslosen Siedlungshäusern, stehen architektonisch verwegene Museen neben Fabrikgebäuden mit zerbrochenen Fensterscheiben und bröckelndem Mauerwerk. Im Revier hat das alles seinen Platz, weil das alles zum Revier gehört. Und von seiner Geschichte erzählt. Und wo wir gerade dabei sind: Auch für die Bewohner des Ruhrgebiets gilt, dass hier jeder sein Plätzchen findet. Menschen aus 170 Ländern wohnen zwischen Unna und Wesel. Es ist, als sei das Revier eine Art Open-Air-Experiment der Vereinten Nationen, die mal nachprüfen wollten, ob Multikulti auch außerhalb von New York funktionieren kann. Deswegen gibt es im Ruhrgebiet Hindi-Tempel und türkische Feinschmeckerrestaurants, Spezialisten für armenische Küchenzutaten und Läden mit afrikanischen Gewürzen. Die Ruhr hat der Region ihren Namen gegeben, sie verbindet ihre Zentren, aber trotzdem war das Ruhrgebiet bis vor Kurzem keine wirkliche Einheit. Bis feststand, dass man Kulturhauptstadt Europas werden würde – da schlossen sich die 53 Städte zwischen Wesel, Hamm, Hagen und Duisburg zusammen und überlegten, wie sie sich als zusammengehörende Metropole präsentieren könnten. Das Kulturhauptstadt- Jahr „Ruhr 2010“ ist ein Segen für die Region, für die Besucher sowieso. Die haben nämlich jetzt hier mehr Möglichkeiten, als man jemals während einer Reise abarbeiten kann. In Essen zum Beispiel. Da hat mit dem neuen Folkwang ein spektakuläres Museum eröffnet, das mit der Ausstellung „Das schönste Museum der Welt“ auch gleich klarstellt, wie es sich selbst sieht. Seine Sammlungen waren während des Neubaus vorübergehend in der Villa Hügel untergebracht, dem ehemaligen Stammsitz der Krupp-Familie, den man ebenfalls besichtigen kann.

In die Zeche Zollverein

mit ihrem Ruhrmuseum und den Galerien und den Kunstwerkstätten muss man natürlich auch und ins Aalto-Musiktheater sowieso, und wenn man das alles gesehen hat, war man ja erst in Essen. Dann sollte man noch nach Dortmund, an einem Samstagnachmittag, zum Fußball. Nach Duisburg auch, an den Innenhafen, wo das Revier ein bisschen so tut, als sei es Amsterdam. Auf jeden Fall nach Recklinghausen und Gelsenkirchen und nach Oberhausen, ins Centro, in die größte Shoppingmall Europas. Und nach Mülheim – dahin muss man natürlich auch. Die verwöhnteste Stadt im Revier heißt Mülheim an der Ruhr: Mit keiner anderen haben es Geografie und Natur so gut gemeint. Ein Sommertag in Mülheim ist wie die Essenz eines perfekten Deutschland-Urlaubs, vor allem am Fluss, der sich hier sehr unentschlossen zeigt und in Schlaufen herumtrödelt, statt schnurstracks in Richtung Rhein zu fl ießen. Hier kann man wunderbar Rad fahren oder spazieren oder auch mal überhaupt nichts tun, schließlich ist Urlaub. Wenn man dann so auf seiner Decke im Gras sitzt, ein Eis isst und hinausschaut in eine Szenerie aus grünen Hügeln und Bäumen und vorbeifahrenden Ausfl ugsdampfern, dann merkt man, dass man schon die ganze Zeit einen Hit aus den Achtzigern im Kopf hat. Diesen Gassenhauer von Grönemeyer, einen, in dem es heißt, dass tief im Westen die Sonne verstaubt. Das würde der Herbert heute auch nicht mehr aufnehmen.

Ein Pott voller Überraschungen

DUISBURG ist Zentrum der Kulturhauptstadt-Region „Kulturhafen Ruhr“.Die Stadt an Rhein und Ruhrsetzt aufs Wasser – undeine beinahe maritime Atmosphäre. Auf den Seenim Stadtgebiet wird gesegelt und gerudert, es gibt Wasserskianlagen, Hafenrundfahrten und Yachtverleiher. Der Innenhafen mit seinen Promenaden, Museen und Restaurants istein wunderbares Beispiel dafür, wie man alter Industriearchitektur eine neue Bestimmung geben kann. www.duisburg.de

OBERHAUSEN und Bottrop stehen völlig zu Recht im Mittelpunkt der Region „Ruhr spektakulär und populär“: Das größte Einkaufszentrum Europas! Die längste Indoor-Skipiste der Welt! Außerdem unbedingt besuchen: Oberhausens Gasometer mit seiner ins Universum greifenden „Sternstunden“-Ausstellung. Und Bottrops Tetraeder, eine begehbare Stahlrohrkonstruktion auf einer ehemaligen Abraumhalde, die zum Wahrzeichen der Stadt geworden ist. www.oberhausen.de

ESSEN ist das Herzstück der Region „Kunst und Kreativität“. Allein die Zeche Zollverein – ein UNESCO-Weltkulturerbe – bietet tolles Programm. Und dann warten das neue Museum Folkwang, die Villa Hügel und im Dom einer der bedeutendsten Schätze der deutschen Vergangenheit. Wer anschließend noch Energie hat, darf sich auf eine vielfältige Jazz-, Klassik- und Theaterszene freuen. Und auf einige der schicksten Bars und besten Restaurants des Ruhrgebiets. www.essen.de

BOCHUM ist die größte Bühne der Region „Festspielplatz Ruhr“. Sein Schauspielhaus: eines der besten in Deutschland. Seine Ruhrtriennale: das wichtigste Theaterfestival Europas. Und dann gibt es noch Musicals, Festspiele und viele andere Kulturveranstaltungen. Zur Region gehört auch das Emscher-Lippe-Gebiet, die grüne Lunge des Reviers: Hier warten 156 Kilometer Reitwege, 900 Kilometer Radfahrwege und 72 Kilometer Wasserstraßen. www.bochum.de

DORTMUND ist Pulsgeber der Region „Ruhr kreativ“ und Fußballstadt der Extraklasse. Museen gibt es ebenfalls einige und tolle Kneipen und schicke Restaurants sowieso. In der Nachbarschaft: Unna mit seinem weltweit einzigartigen „Zentrum für internationale Lichtkunst“. Und Hagen, die offiziell „grünste Großstadt des Reviers“. www.dortmund.de

Hier stehen Sie richtig

59192 BERGKAMEN
Wohnmobilhafen Marina Rünthe
Gebührenpflichtiger Stellplatz für 18 Mobile. Untergrund ist ebener Schotterrasen. Halbkreisförmig angelegter Platz inmitten des westfälischen Sportbootzentrums und benachbart zum Naturschutzgebiet Beversee. Behindertengerecht ausgestattet. Öffentliche Toilette im Turmgebäude und Info-Terminal. Maximale Aufenthaltsdauer: 3 Tage. Komplette V+E mit Holiday-Clean- Anlage. Gebühren: 7 Euro pro Nacht und Mobil. Strom: 50 Cent/kWh. Wasser: 1 Euro/80 Ltr. Parkscheinautomat. Ganzjährig nutzbar.

Standort: Hafenweg 30, GPS 51°38’29”N, 07°38’35”O.
Info: Christiane und Detlef Göke, Mobil 01 72/9 72 25 75,
E-Mail info[at]wohnmobilhafen-bergkamen.de,
www.wohnmobilhafen-bergkamen.de

46244 BOTTROP
Movie Park Germany Gebührenpflichtiger Stellplatz für100 Mobile auf dem Camper-Parkplatz. Großzügig angelegter Parkplatzfür Busse, Reisemobile und Gespanne am Eingang zum Entertainment-Park. Ebener, gepflasterter Untergrund, relativ ruhige Lage, kein Schatten, beleuchtet. KeineV+E. Gebühren: 5 Euro pro Nachtund Mobil. Saison: Anfang April bis Anfang November.

Standort: Warner-Allee 1 GPS 51°37’21”N, 06°58’16”O.
Info: Telefon 0 20 45/89 97 15,
E-Mail info[at]moviepark.de,
www.moviepark.de

46282 DORSTEN
Reisemobilhafen An der LippeGebührenpflichtiger Stellplatz für 20 Mobile. Reisemobilhafen zwischen Lippe, Wesel-Datteln-Kanal unddem Spaßbad Atlantis, durch Grünpflanzen und Bäume eingerahmt.Ebener, geschotterter Untergrund. Wenig Schatten, zentrale Lage zur Altstadt. Info-Tafel mit Prospektmaterial, Müllbehälter, 3 Picknick-Sitzgarnituren am Platz. Täglicher Brötchenservice zwischen 8.15 und 8.45 Uhr, auch an Sonn- und Feiertagen. Gebühren: 3 Euro pro Nacht und Mobil. Strom (16 Anschlüsse): 1 Euro/8 Std. Wasser: 1 Euro/ 10 Min. Duschen im Atlantisbad: 1 Euro/20 Min. Ganzjährig nutzbar.

Standort: Zur Lippe GPS 51°40’00”N, 06°58’05”O.
Info: WinDor, Tel. 0 23 62/66 34 61,
E-Mail iris.klahn[at]win-dor.de,
www.win-dor.de

44369 DORTMUND
Mobilcamp Dortmund Gebührenpflichtiger Stellplatz für 49 Mobile auf einer ehemaligen Tennisanlage am Rand des Revierparks Wischlingen. Betonierter, ebener Untergrund. Ruhige Lage außerhalb der Wohnbebauung. Areal eingezäunt und beleuchtet. Sat-Empfang wegen hoher Bäume nicht an allen Plätzen möglich. Für Clubtreffen geeignet. Komplette V+E mit Holiday- Clean-Anlage. Gebühren: 7 Euro pro Nacht und Mobil inkl. 2 Personen. Weitere Person: 3 Euro. Kinder: 2 Euro. Strom (60 Anschlüsse): 50 Cent/kWh. Gemeinschaftsdusche: 1 Euro. Ganzjährig nutzbar.

Standort: Wischlinger Weg 61 GPS 51°31’10”N, 07°23’58”O.
Info: Wolfgang Meyer, Mobil 01 72/2 31 48 34,
E-Mail info[at]wischlingen.de,
www.wischlingen.de

45891 GELSENKIRCHEN
Mobilcamp Gelsenkirchen Gebührenpflichtiger Stellplatz für 100 Mobile. Durch Büsche und Bäume eingerahmtes Gelände unweit der Arena Auf Schalke. Stellfl ächen mit Rasenschotter befestigt. Verkehrsgünstige, ruhige Lage in Autobahnnähe. WC-Anlage kostenlos. Gaststätte Spirelli mit Biergarten und Saal. Waschhalle, Veranstaltungsraum. Clubtreffen möglich. Komplette V+E mit Holiday- Clean-Anlage. Gebühren: 7 Euro pro Nacht und Mobil inklusive2 Personen. Weitere Person:3 Euro. Strom (30 Anschlüsse): 50Cent/kWh. Wasser: 1 Euro/100 Ltr.,10 Cent/10 Ltr. Dusche: 1 Euro.Ganzjährig nutzbar.

Standort: Adenauerallee 100GPS 51°33’40”N, 07°04’15”O.
Info: Herbert Jung,
Telefon 02 09/9 77 62 82,
E-Mail mobilcamp[at]web.de,
www.mobilcamp.de

Rating 3.00 out of 5

3 Kommentare


  1. Toller Bericht. Gerade jetzt zum Ende der Ferienzeit sehr zu Empfehlen, da es nicht überlaufen ist.

  2. Its amazing how interesting it is for me to visit you very often.

  3. Thank you for leting us know about it. Keep up good work.

Artikel kommentieren …

Kommentarmoderation ist aktiviert, erneutes Abschicken bereits geposteter Kommentare nicht erforderlich.

No related posts.