Unterwegs im Northern Territory von Australien
In Australien wirkt auf den ersten Blick alles vertraut. Die Menschen sehen aus wie Du und ich, grüssen freundlich und scheinen immer gut gelaunt. Nur tragen Sie fast obligatorisch Hüte, kurze Hosen in Kaki-Farben und Wanderstiefel. Ihr Motto: No Worries! Denn Probleme gibt es scheinbar nicht. Trotzdem ist einfach alles anders. Keine Pflanze, kein Tier, keine Landschaft und vor allem keine Entfernung lässt sich mit europäischen Massstäben vergleichen.
Mit den Worten: “Es ist heute sehr heiss hier, deshalb habe ich für Euch die Klimaanlage im Fahrzeug angelassen“ werden wir auf dem Flughafen abgeholt. Die Klimaanlage angelassen? Etwa eine Standklimaanlage? Nein, die Lösung ist ganz einfach: Wenige Minuten später stehen wir vor einem niegel-nagel-neuen Jeep, der mit laufendem Motor am Strassenrand wartet. Mutterseelenallein – wenn man von dem regen Betrieb auf dem Internationalen Flughafen von Darwin einmal absieht. Wir sind im Top End von Australien. Und wer würde hier schon ein Auto stehlen? Offensichtlich niemand!
Immer noch staunend steigen wir ein. Unser Chauffeur bringt uns, munter plaudernd, in das Zentrum der Stadt und versäumt nicht, auf die im Moment akute Salzwasserkrokodil-Gefahr hinzuweisen. Denn leider hat sich die Trockenzeit etwas verspätet. Normalerweise ist die Regenzeit, jetzt im April, vorbei. Doch mit viel Regen und Sturm zieht der Zyklon Monika über das Land. Die über fünf Meter langen Salzwasserkrokodile, von den Australiern liebevoll Salties genannt, haben die beachtlichen Wasserstände der Flüsse ausgenutzt und sich munter im ganzen Land verteilt. Im Gegensatz zu den nur bis zu zwei Meter grossen Freshies, den Süsswasserkrokodilen, die von den Australiern als ungefährlich bezeichnet werden, greifen Salties gerne an. Auch Menschen! Ein bisschen mulmig wird uns jetzt schon. Und mit ernster Miene bekommen wir gleich noch den wichtigsten Ratschlag mit auf den Weg: „Ein Krokodil, dass man nicht sieht, ist am gefährlichsten“!?
In Gedanken streichen wir spontan jedes Badevergnügen von Urlaubsliste. Und das trotz der 35 Grad Celsius im Schatten und einer Luftfeuchtigkeit von gefühlten 130 Prozent, die uns in Sekundenbruchteilen den Schweiss auf die Stirn treibt!
Um es gleich vorwegzunehmen, ja, wir haben sie gesehen. Die furchteinflössenden Salzwasserkrokodile trafen wir nicht nur im abgesicherten Gehege, sondern auch in freier Wildbahn. Allerdings aus sicherer Entfernung und vom Boot aus. Und, wir sind Baden gegangen. Für den erfrischenden Genuss sorgen selbst im trockenen Zentrum des Kontinents immer wieder Krokodilfreie Wasserfälle und klare Wasserpools.
Auf den Spuren der Entdecker
In Darwin übernehmen wir unseren mobilen Reisebegleiter, einen allradgetriebenen Britz-Bushcamper, in dem wir in den nächsten vier Wochen fahren und übernachten werden. Schnell wird klar: Luxus und Komfort haben wir uns damit nicht gemietet. Aber uns locken die rauen und unbefestigten Pisten im australischen Outback. Da benötigen wir ein offroadtaugliches Gefährt. Immerhin hatten die australischen Pioniere, auf deren Spuren wir uns jetzt machen, unter viel widrigeren Umständen reisen müssen.
Wir wollen das Northern Territory erkunden. Ein Gebiet, das mit 1.349.129 Quadratkilometern fast 33-mal so gross ist wie die Schweiz und mit seinen 200.000 Bewohnern nur unwesentlich mehr Einwohner als Genf zählt!
Ausgestattet mit 60 Litern Frischwasser, einem GPS-Funkgerät, für den Fall plötzlich auftretender Todesgefahr durch Schlangen-, Spinnen- oder Krokodilbisse, und einem gut gefüllten Kompressorkühlschrank, der in minutenschnelle unser Vi-Bi (Victoria Bitter, australisches Bier und Nationalgetränk) in Eisbrocken verwandelt, machen wir uns auf den Weg. Unsere Route führt entlang des Stuart Highway nach Alice Springs. Von dort aus wollen wir die West MacDonnell Ranges und den Uluru Nationalpark erkunden. Danach liegen 1.000 Kilometer Wüste vor uns, die es über die Tanami-Road bis über die Grenze nach Halls Greek in Western Australia zu bewältigen gilt. Mit einem Zwischenstopp in den beeindruckenden Bungle Bungles wollen wir auf dem Great Northern Highway zurück zur Küste fahren, via Victoria Highway nach Katherine und über den Kakadu Nationalpark zurück nach Darwin. Am Ende der Reise werden über 6.000 Kilometer auf unserem Tachometer stehen.
Am Wegesrand
Auf dem Stuart Highway, auch Explorer’s Way genannt, geht es recht gemütlich zu. Denselben Weg, nur von Süden nach Norden, hat 1872 McDouall Stuart genommen, als er den Kontinent durchquerte, um die erste Telegraphenlinie zu bauen. Alle viertel Stunde begegnet uns ein Fahrzeug. 80 Prozent davon in Urlaubs- oder Freizeitlaune: Reisemobile und Jeeps mit Camping- und vor allem Boots-Anhängern. Denn Angeln ist in Australien ein beliebter Freizeitsport und „Catch a barra“, das bedeutet: Baramundi fischen, ist das Motto der ganzen Region. Der Baramundi, eine grosse Barschart, ist dann auch auf fast jeder Speisekarte zu finden: frittiert, gedünstet, zwischen Brötchen, Burgern, Pommes Frites oder Salat versteckt.
Alle Autofahrer sind offensichtlich, ebenso wie wir, begeistert endlich jemanden zu treffen, denn auch ohne eine besondere Club-Zugehörigkeit winkt man sich hier freundlich zu.
Überhaupt ist das Reisen mit Reisemobil oder Wohnwagen in Australien ebenso beliebt wie unkompliziert. Camping- und Stellplätze gibt es zu Hauff. Am Strassenrand sind in kurzen Abständen Rastplätze mit Feuerholz, Grill, überdachten Tischen und Bänken und oft sogar einem WC verteilt.
1.491 Kilometer auf einem fast schnurgeraden zweispurigen Highway und durch menschenleere Gebiete sind eigentlich eine Herausforderung. Doch allzu viel Langeweile kommt bei uns gar nicht auf: farbenprächtige Schwärme von Kakadus und Papageien begleiten uns lautstark schreiend. Warane und Blauzungen-Skunks am Strassenrand lassen sich von der immer griffbereiten Kamera porträtieren und die Landschaft verändert sich. Allmählich verlassen wir den saftig grünen, dichtbewachsenen, subtropischen Norden. Die Eukalyptuswälder werden von Buschland und trockenem, Spinifex-bewachsenem Grasland ersetzt. Dazwischen schleichen sich ab und zu lustige Felsformationen und unzählige Termitenhügel, die aussehen als ob Riesenhände überdimensionale Kleckerburgen in die Landschaft gesetzt hätten. Etwa alle 200 Kilometer taucht ein verschlafenes Örtchen mit vier bis fünf Häusern, einer Tankstelle und einem kleinen Rasthaus auf.
Lange bevor wir ein lebendes Känguru zu Gesicht bekommen, werden wir mit ihren traurigen Überresten am Strassenrand konfrontiert.
Vor allem nachts, auf den schlecht bis gar nicht beleuchteten Highways treffen Kängurus und die bis zu 53,5 Meter langen Roadtrains aufeinander. Denn die tonnenschweren LKWs haben oft keine Chance zu bremsen oder gar auszuweichen. Auch hat sich die Population der Kängurus, auf Grund der vielen Viehtränken im Outback, soweit erhöht, dass diese Unfälle immer häufiger werden.
Wasser im Überfluss
Dass in Down Under die Menschen nicht auf dem Kopf stehen, ist klar. Trotzdem läuft hier anscheinend einiges ganz und gar verkehrt. In Mataranka zum Beispiel, zirka 400 Kilometer von Darwin entfernt. Wir wollen in den Elsey National Park zu den berühmten 34 Grad warmen Thermal-Quellen. Aus Versehen biegen wir aber eine Strasse zu früh ab. Kurz hinter einem Campingplatz auf der linken Seite weist plötzlich ein Schild mit der Aufschrift „Road Closed“ darauf hin, dass hier nichts mehr geht. Die Strasse ist überflutet. Da bleibt nur umdrehen, oder, erstaunt stehen bleiben. Der neu entstandene See, mitten auf der Strasse, wurde kurz entschlossen zum Swimmingpool für den Besitzer des benachbarten Campingplatzes und seinen Kindern umfunktioniert.
Während die Familie fröhlich weiterplanscht entschliessen wir uns gleich hier auf dem Campingplatz zu übernachten. Wobei sich die ersten Verständigungsschwierigkeiten auftun: Die Frage: „Prrrd or unprrrd“? ruft bei uns nur Stirnrunzeln und verzweifelte Blicke hervor bis uns endlich einfällt, dass auch auf entlegenen Campingplätzen die Frage der Energieversorgung wichtig sein könnte. „Powered please“! Und schon können wir uns aus zahlreichen freien Plätzen einen mit Stromanschluss aussuchen. Es braucht schon ein paar Tage um sich an den australischen Dialekt zu gewöhnen.
Leider hat der massive Wasserüberfluss auch die Thermal-Quellen nicht verschont. Das Resultat ist ein ziemlich verwüsteter Campingplatz und Quellen, die vor lauter Überschwemmung nicht einmal mehr zu erkennen sind. Etwas versöhnt sind wir, als wir den Nachbau eines alten Farmhauses mit originalgetreuer Einrichtung, die Elsey Homestead besichtigen. Berühmt wurden das Farmhaus und seine ehemaligen Bewohner durch den Roman-Klassiker von Jeannie Gunns „We of the never never“ der anschaulich das harte Leben im Outback um 1900 beschreibt, leider aber nur auf Englisch erhältlich ist.
Zirka 400 Kilometer vor Alice Springs befinden direkt neben dem Highway die „Devil Marbels“, zu Deutsch Teufelsmurmeln. Mehrere Hundert gigantische Granitkugeln, mit einem Durchmesser von bis zu sechs Metern, türmen sich, recht abenteuerlich und allen Gesetzen der Physik widersprechend, in der flachen Ebene auf. Jede Kugel für sich ist es wert fotografiert zu werden und vor allem im Licht der auf- oder untergehenden Sonne bietet sich hier ein beeindruckendes Naturschauspiel. Kein Wunder, das die riesigen Murmeln auch in den Geschichten der australischen Ureinwohner, den Aborigines, eine grosse Rolle spielen. Sie tauchen in den Geschichten aus der Traumzeit auf und werden als Eier der mythischen Regenbogenschlange verehrt.
Rechts und links des Highways treffen wir immer wieder auf Denkmäler, die an die beschwerliche Zeit des Aufbaus der ersten Telegraphenlinie erinnern. Ebenso wie Pubs und Hotels mit dem ruhmvollen Zusatz „alt“ oder „historisch“. Die sehen auf den ersten Blick oft etwas unspektakulär aus: Ein historisches Hotel ist hier kein prächtiges viktorianisches Gebäude, sondern ähnelt eher einem Bungalow mit Wellblechdach. Einen Besuch jedoch sind sie allemal Wert. Wie zum Beispiel der historische Pub in Barrow Creek, direkt am Highway. Hier scheint die Zeit still zu stehen. Die Farbe, oder was davon noch übrig ist, an Fenstern und Türen sieht sogar ziemlich original aus und auch die Spinnweben könnten gut und gerne aus der Gründerzeit stammen. Wände und Regale sind vollgestopft mit Andenken aus aller Welt: signierte Wimpel, Geldscheine, Fotos, alte Hüte und Farmerwerkzeug. Alle signiert von den ehemaligen Besitzern und manche so alt, dass man kaum etwas erkennen kann. Kein Fleckchen, das unbedeckt ist. Ebenso buntgemischt ist das Publikum: Farmer, Touristen, Ranger und Trucker sitzen hier nebeneinander am Tresen. Mit einem eiskalten Bier in der Hand fühlen wir uns rundum wohl, schmunzeln über die dröhnenden Unterhaltungen – Australier reden einfach etwas lauter, wahrscheinlich weil es grössere Entfernungen zu überbrücken gilt – und amüsieren uns köstlich beim Entziffern der handschriftlichen Grüsse an den Wänden.
Das rote Zentrum
Schwarze Wolken ziehen über den Himmel. Blitze beleuchten das Felsmassiv der West MacDonnel Ranges. Regentropfen klatschten an die Autoscheiben. Wir sind in Alice Springs, im Herzen des Australischen Kontinents angekommen. Eigentlich haben wir hier eine trockene Wüste und flirrende Hitze erwartet. Aber selbst im Zentrum Australiens sind die Ausläufer des Zyklons zu spüren. Und wie wir bei einer der seltenen Gelegenheiten des Radioempfanges erfahren – das Autoradio funktioniert leider nur im direkten Umfeld von Städten – ist der nächste Zyklon vor der Küste von Darwin schon im Anmarsch. Fast sind wir ein wenig enttäuscht: Statt der schroffen und unwirtlichen Landschaft finden wir blühende Sträucher, frisches Spinifex-Gras und grüne Bäume. Zudem regnet es! Bei 30 Grad Celsius nehmen wir das aber eher als willkommene Erfrischung und nach wenigen Minuten ist es dann auch schon wieder vorbei. Bevor sich hier das Flussbett des Todd-Flusses füllt, sind ganz andere Wassermengen von Nöten. Sollte dieses Ereignis zum Beispiel im Oktober passieren, fällt die skurrilste Bootsregatta der Welt, im wahrsten Sinne des Wortes, ins Wasser. Denn jedes Jahr, am 1. Oktober Samstag, findet in Alice Springs die Henley-on-Todd-Regatta statt. Dabei werden Boote ohne Boden durch das ausgetrocknete Flussbett getragen, oder besser gesagt: Verrückte Australier rennen mit Bootsteilen bepackt durch den trockenen Sand.
Alice Springs hat nur noch wenig mit der ehemaligen Telegraphenstation mitten im Outback zu tun. Heute leben in der quirligen Stadt 27.000 Einwohner. Dazu kommen jährlich hunderttausende Touristen, denen Alice Springs als Ausgangspunkt für die Erkundung der MacDonnel Ranges und des berühmten Uluru dient. Davon zeugen auch die zahlreichen Hotels, Campingplätze, Bars und Restaurants die sich ganz auf den Ansturm der Reisenden eingestellt haben. Doch die kleine Stadt im Outback hat noch mehr zu bieten: Sie ist Gründungs- und Standort der School of the Air, die von hier aus Kinder auf weit entfernten Farmen über Funk unterrichtet. Ebenfalls hier stationiert ist der Royal Flying Doctor Service, der für die medizinische Versorgung der entlegenen Regionen sorgt.
Für uns ist vor allem der Alice Springs Desert Park eine Offenbarung. Und das gleich in zweierlei Hinsicht: Hier können wir auf einem relativ kleinen Areal die unterschiedlichen Lebensräume der australischen Wüste kennenlernen. Tiere und Pflanzen werden in ihrer natürlichen Umgebung gezeigt. Mit einem deutschsprachigen Tonband und Kopfhörern ausgerüstet, wandern wir zwischen Buschland, Tiergehegen, Sand- und Flusslandschaften umher und lernen endlich die deutschen Bezeichnungen der uns fast unbekannten Arten kennen.
Zudem begegnen uns andere Besucher des Parks, die sich die Köpfe mit einer, einem Imkerhut ähnelnden Kopfbedeckung schmücken. Wenn erwachsene Menschen ihr Gesicht hinter Moskitonetzen verbergen sieht das eigentlich ziemlich albern aus. Das Lachen vergeht uns aber schnell. Denn auch wir werden nach nur wenigen Minuten von der australischen Buschfliege heimgesucht. Die sucht in Sachen Penetranz und Lästigkeit ihresgleichen und versucht partout in Ohren, Nase, Mund und Augen zu kriechen. Ohne Vorwarnung sind wir umzingelt und versuchen uns verzweifelt vor dem nervenden Ansturm zu schützen. Dabei benutzen wir den anscheinend berühmt gewordenen australischen Buschgruss: Wild vor dem Gesicht herumwedelnde Hände. Noch am selben Abend sind auch wir stolze Besitzer eines Fliegennetzes als Kopfbedeckung und haben dieses überaus wichtige Reiseutensil, in den nächsten Tagen nur noch nach Sonnenuntergang, denn dann begibt sich die gemeine Fliege zur Nachtruhe, abgelegt.
Der Alice Springs Desert Park liegt am Fusse der mächtigen West MacDonnel Ranges, eine der ältesten Bergketten der Welt. Deren hohe Gebirgskämme ziehen sich scheinbar endlos auf beiden Seiten der Laparinda Road entlang. Die rostroten Felsformationen werden immer wieder von grünen Tälern und Schluchten durchbrochen, in denen permanente, natürliche Wasserpools zum Baden einladen. Eine willkommene Abwechslung nach langer Fahrt, auch wenn der Badegenuss erst einmal mühsam, durch ausgetrocknete Flussbetten erlaufen werden muss. Allerdings ist man hier selten allein, denn die ungewöhnlichen Bademöglichkeiten locken natürlich auch andere Besucher an. Etwas ruhiger wird es ab Glen Helen, 132 Kilometer von Alice Springs entfernt. Hier beginnt die Mereenie Loop Road, eine unbefestigte Strasse, die nur mit Allrad-Antrieb befahren werden darf und zum 260 Kilometer entfernten Kings Canyon führt. Für die Mereenie Loop benötigt man ein Permit, das für 2,20 Australische Dollar in Glen Helen erhältlich ist.
Nach ein paar Kilometern entdecken wir die Zufahrt zur Redbank Gorge, die sich in der reizvollen Landschaft um den Mount Sounder erstreckt. Über eine sehr holprige, etwa 10 Kilometer lange Zufahrtstrasse fahren wir, bis ein Parkplatz die Strasse beendet. Weiter geht es nur noch zu Fuss. Nach etwa einer halben Stunde Fussmarsch durch ein, mit Eukalyptusbäumen und Wüsteneichen bewachsenes Tal, stürzen wir uns in das kühle Nass eines tiefen Wasserlochs. Leider ist die Erfrischung auf dem schweisstreibenden Rückweg schon fast wieder vergessen. Dafür finden wir auf einem einsamen Buschcampingplatz neben der Strasse eine idyllische und ziemlich komfortable Übernachtungsmöglichkeit. Umringt von riesigen Pinien sind die einzelnen Stellplätze mit allem ausgestattet, was das Buschcamperherz begehrt: Ein – nachdem wir die Gasflaschen gefunden und das Absperrventil geöffnet haben – funktionierender Gaskocher, eine Feuerstelle mit bereitgelegtem Feuerholz, überdachten Unterständen und einem WC. Bei Sonnenuntergang leisten uns putzige Wallabies (kleine Mini-Kängurus), Gesellschaft und, nachdem sich die Fliegen endlich verzogen haben, geniessen wir ganz ungestört ein fulminantes Mahl mit frischen Steaks, Salat, Süsskartoffelbrei und natürlich eiskaltem Bier.
Seltene Beobachtungen
Morgens um 4.30 Uhr, lange vor Sonnenaufgang, ist im Yulara Ressort am Ayers Rock die Nachtruhe plötzlich zu Ende. Vor den Sanitäranlagen stehen Schlangen und der Duft nach frisch aufgebrühtem Kaffee weht durch die Luft. Aus Zelten, Wohnwagen, Reisemobilen und Bungalows kriechen verschlafene Gestalten. Alle haben nur ein Ziel: Sie wollen rechtzeitig vor Sonnenaufgang einen guten Platz an einem der Aussichtspunkte mit Blick auf den Ayers Rock, oder wie er von den Ureinwohnern genannt wird, den Uluru, ergattern. Der 348 Meter hohe Monolith zieht jedes Jahr Zigtausende von Touristen an. Und jeder, der für mehrere Tage bleiben möchte, muss im Yulara Ressort übernachten. Mitten in der Wüste, etwa 20 Kilometer vom Uluru entfernt, wurde eine riesige künstliche Welt erschaffen. Campingplätze, Bungalowanlagen, Supermärkte und Hotels sind hier förmlich aus dem Nichts entstanden. Blühende Grünflächen verbinden die einzelnen Anlagen und Swimmingpools sorgen für das Badevergnügen der Gäste. Allerdings muss für den immensen Wasserbedarf des Resorts ein uraltes Grundwasserreservoir angezapft werden. Niemand hier weiss, wie lange die Wasservorräte noch reichen und welche Auswirkungen der masslose Wasserverbrauch auf die Umwelt hat.
Bereit für unseren ersten Sonnenaufgang am Uluru schliessen wir uns der Autokarawane an. Doch kurz vor dem Ziel entscheiden wir uns erst einmal, entgegen dem Strom, die zirka 48 Kilometer westlich vom Uluru gelegenen Kata Tjuta für das Sonnenaufgangsspektakel anzusteuern. Von dem Aussichtspunkt aus sehen wir am Horizont sogar den Uluru im Licht der aufgehenden Sonne. Leider nicht lange. Denn kurz darauf ziehen Wolken am Himmel auf und der Sonnenaufgang ist vorbei.
Kata Tjuta bedeutet in der Sprache der Aborigines „viele Köpfe“. Kein Wunder, denn sie bestehen aus 36, über 500 Meter grossen, Felsdomen die einzeln oder scheinbar zusammengewachsen in der Ebene stehen. Wir folgen einem Wanderweg durch das Valley of the Winds. Er geht vorbei an Wasserlöchern, bizarren Schluchten und durch ein einzigartiges Tal, das wie eine Oase grünt und blüht. Doch kaum haben wir die ersten Schritte getan, öffnet sich der Himmel und es giesst in Strömen. Gruppen mit Touristen vor und hinter uns drehen enttäuscht wieder um. Und wir? Wir können unser Glück kaum fassen. Erstens sind wir allein und zweitens, von einer Minute zur anderen, in einer völlig anderen, wie verwunschenen Welt. Vor unseren Augen verwandelt sich das Tal. Die Farben von Blumen und Gräsern sind dank der Feuchtigkeit viel leuchtender. In Minutenschnelle haben sich in den vielen Spalten der Felsen Wasserfälle gebildet, die jetzt rauschend ins Tal hinuntersausen. Frösche quaken fröhlich in den Wasserlöchern. Die ganze Natur scheint hörbar aufzuatmen. Und selbst die kleinen grünen Papageien stört der Regen keineswegs. Putzmunter turnen sie in den Bäumen herum und machen dabei einen fürchterlichen Krach. Pitschnass aber überglücklich durchstreifen wir das Tal. Und werden noch einmal belohnt. Uns völlig ignorierend steigt ein rotes Riesenkänguru, so richtig malerisch den Hang hinunter und auf uns zu. Fast vergessen wir zu atmen. Das Valley of the Winds hat uns verzaubert und ein bisschen können wir die mystische Ausstrahlung verstehen, die diese Felsformationen über tausende von Jahren auf die Aborigines hatten und noch haben.
Das Wahrzeichen Australiens
Am frühen Abend fahren wir zum Sunset Viewing Point um den spektakulären Sonnenuntergang am Uluru zu beobachten.
Jeder, der sich mit Australien beschäftigt, hat sein Bild vor Augen. Umso erstaunter sind wir über seine unterschiedlichen Gesichter. Wie ein riesiger alter Topfkuchen, den der Zahn der Zeit schon angenagt hat, erhebt er sich über der Ebene. Ein bisschen sieht er aus, als ob riesengrosse Mäuse hin und wieder ein Stück heraus gebissen haben und Riesenwürmer ihre Gänge in das rote Gestein gruben.
Seit 1985 sind die Eigentumsrechte des Uluru den Ananga-Aborigines zurückgegeben worden. Als einer der wichtigsten Orte der Aborigines ist er übersäht mit heiligen Stätten, die, geht es nach den Aborigines, weder gefilmt noch fotografiert werden dürfen. Selbst das Besteigen des Berges – für viele Touristen eine der Hauptattraktionen – wird zwar geduldet, ist aber nicht mit den Traditionen und dem Verständnis der Aborigines vereinbar. Die einzigen erlaubten Fotoplätze sind die so genannten Viewing Points. Das sind Parkplätze, denn zu Fuss ist hier fast niemand unterwegs, von denen man einen unverstellten Blick auf das Panorama hat. Wir parken in der ersten Reihe, machen es uns auf Campingstühlen vor unserem Fahrzeug gemütlich. Die Wolken haben sich verzogen und ein strahlender Himmel, der nur von vereinzelten Wölkchen aufgelockert wird, verspricht ein perfektes Erlebnis. Mit einem Bier in der einen und der Kamera in der anderen Hand plauschen wir mit unseren Nachbarn und geniessen das wechselnde Farbenspiel, das die untergehende Sonne auf das eisenhaltige Gestein des Uluru zaubert.
Endlich allein
Nach so vielen Touristenattraktionen sehnen wir uns nach ein bisschen mehr Einsamkeit. Vor uns liegt jetzt der anspruchsvollere Teil der Reise. Die 1050 Kilometer lange, unbefestigte Tanami Road, die mitten durch die gleichnamige Wüste führt und das Northern Territory mit der Kimberley Region in West Australien verbindet. Eine trockene, unwirtliche Region, spärlich bewachsen mit Spinifex-Gras, vereinzelten Büschen und Bäumchen. Da heisst es vor allem ausreichend Trinkwasser bunkern. Etwa 20 Kilometer nördlich von Alice Springs geht es runter vom Stuart Highway und bis Yuendumu, einer Aborigines Gemeinde und dem letzten Tankstopp für die nächsten 500 Kilometer, ist die Strasse sogar noch asphaltiert. Danach beginnt die Schotterpiste. Soweit das Auge reicht, staubiges Buschland. Ab und zu treffen wir auf einen Abzweig zu einer einsamen und oft noch mehrere hundert Kilometer entfernten Rinderfarm. Im Zentrum Australiens gibt es riesige Rinderfarmen. Doch das karge Grün reicht nicht aus, um die Rinder zu ernähren und es muss kräftig zugefüttert werden. In den nächsten zwei Tagen begegnen uns genau 11 Fahrzeuge – vier davon allerdings Roadtrains. Zum Glück melden diese sich schon lange im Voraus an: In der endlos weiten Ebene sieht man zuerst eine Staubwolke, die sich langsam nähert. Dann heisst es schnell anhalten, Türen und Fester verrammeln und warten. Die riesigen Trucks rauschen vorbei ohne Rücksicht auf Verluste und wirbeln so viel Staub auf, dass einem für ein paar Minuten das Sehen vergeht.
Selbst hier, mitten in der Wüste finden wir einen Übernachtungsplatz mit Grill, Feuerholz und sogar einem grossen Frischwassertank. Und, das hört sich jetzt vielleicht etwas kitschig an, nirgendwo sahen wir einen schöneren Sonnenuntergang, nie war der Sternenhimmel klarer und drauf und dran auf uns niederzufallen. Und zum ersten Mal haben wir erlebt, wie geräuschvoll die Natur, selbst in der einsamen Wüste, sein kann. Weit entfernt von Strassen- und Stadtlärm werden das Gezwitscher der Vögel und das Zirpen der Insekten fast ohrenbetäubend
Wer die Tanami Road befährt, muss entweder ausreichend Sprit mitführen oder im Rabbit Flat Roadhouse, ungefähr auf der Hälfte der Strecke, einen Tankstopp einlegen. Allerdings hat das Roadhouse nur von Freitag bis Montag geöffnet! Alles erinnert hier an die 1950er Jahre: Das Haus, die Einrichtung, das Warenangebot aber vor allem die Tankstelle. Der Diesel wird nicht gepumpt sondern fliesst, der Schwerkraft folgend, aus alten, hoch aufgebockten Minol-Tanks einfach nach unten. Der Preis ist allerdings ganz zeitgemäss und folgt den Marktgesetzen – mit 2,08 Australischen Dollar pro Liter gibt es hier den teuersten Diesel in ganz Australien.
Hinter der Grenze zu West Australien kommen wir an den Abzweig zum Wolfe Creek Krater. Wir kämpfen uns eine 20 Kilometer lange Hubbelpiste entlang, die ohne Vierradantrieb unpassierbar gewesen wäre. Am Ende erwartet unsere europäischen Gemüter wieder eine Überraschung: Kein Souvenirläden, kein Eisverkäufer und kein Eintrittskartenkiosk sondern ein leerer Parkplatz, eine kleine Informationstafel und der mit 800 Metern Durchmesser immerhin zweitgrösste Meteoritenkrater der Welt! Wir kraxeln in aller Ruhe seine zerklüfteten Hänge entlang, bestaunen die grüne Oase in der Kratermitte und sind ein bisschen froh, nicht in Europa zu sein. Nur ein kleines Sport-Flugzeug durchbricht die Stille und erinnert uns daran, dass für viele Australienurlauber der Flug über das riesige Land schneller und anscheinend auch attraktiver ist.
Offroad-Abenteuer
Etwa 100 Kilometer oberhalb von Halls Creek liegt der Abzweig zum Purnululu National Park, den Bungle Bungle. Die 53 Kilometer lange Zufahrtsstrasse ist ebenfalls nur mit allradgetriebenen Fahrzeugen befahrbar. Hier beglückwünschen wir uns wieder einmal zu unserer Fahrzeugwahl: Für die Strecke bis zum Parkanfang benötigen wir über zwei Stunden. Der Weg führt über Stock und Stein durch Farmgelände, Palmen-Täler, dichte grüne Oasen und vor allem durch tiefe Flussläufe. Dafür müssen wir dieses einzigartige Areal nur mit wenigen Ausflüglern teilen. Viele Touristen bevorzugen es, die Bungle Bungle auf einem Rundflug zu besichtigen. Immerhin kommen trotzdem noch 44.000 Besucher jährlich, um das sogenannte Bienenkorb-Gebirge, mit seinen bis zu 250 Meter hohen Zuckerhüten, zu erkunden. Deren zebraähnliche Streifen entstehen durch Einschlüsse und Ablagerungen von Kieselerde und Flechten. Dass eine so aussergewöhnliche Felsformationen wie die Bungle Bungle erst einmal unentdeckt geblieben waren, ist kaum zu glauben. Doch erst 1983 wurden sie durch ein australisches Fernsehteam entdeckt. Dafür ging dann aber alles ganz schnell. 1987 bekam das Kind einen Namen und 2003 wurde der National Park in die lange Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen. Heute zählen die Bungle Bungles zu den beliebtesten Reisezielen in West Australien.
Zwei Tage nehmen wir uns Zeit, um in Höhlen zu kriechen, Schluchten zu erkunden, Wasserspiele und Schmetterlinge zu beobachten und an einem der vielen Teiche einfach nur staunend herumzusitzen. Auch die Fliegen haben ein Einsehen und sind grösstenteils in der trockenen Wüste zurückgeblieben. Dafür kommen nach Sonnenuntergang, auf dem Busch-Campingplatz im Nationalpark, vermehrt Mücken zu Besuch. Ohne eine gehörige Portion Mückenschutzlotion werden wir die Abende bis zu unserer Abreise nicht mehr verbringen, denn wir nähern uns wieder dem subtropischen Norden.
Gefährlich nah
Ein überdimensionales Krokodil empfängt uns am Stadtrand von Wyndham, dem Endpunkt des Great Northern Highways. Hier gibt es offensichtlich Krokodile. Laut Reiseführer sogar ziemlich viele auf einer Krokodilfarm ganz am Ende der Stadt. Doch der Parkplatz ist leer, die Tore sind geschlossen. Wir beobachten das Gelände und entdecken zum Glück einen Farmangestellten mit Futtereimern in der Hand. „Die Farm ist geschlossen“ erklärt er uns. „Viele Tiere wurden zur Befruchtung umgesiedelt“. Aber, natürlich gegen ein grosszügiges Trinkgeld, dürfen wir die verbleibenden Krokodile anschauen. Wie heisst es so schön: No Worries! Probleme gibt es nicht, und wenn doch findet sich eine unbürokratische Lösung. Wir bekommen eine echte Privatführung, streifen munter an den Gehegen vorbei und sind froh, dass die Zäune recht stabil aussehen. Auch dürfen wir bei der Fütterung der gefährlichen Salties zusehen und sogar die Nachzuchten, kleine Babykrokodile in der Brutstation, bestaunen. Dass hier Tiere fehlen merken wir kaum. Nach soviel Aufregung fehlt uns nur noch ein erfrischendes Bad. Die Bucht vor Wyndham ist nicht gerade verlockend. Immerhin befinden wir uns wieder im Krokodilland. Aber auf dem Rückweg, nur wenige Kilometer hinter Wyndham finden wir die Zufahrt zum El Grotto. Einem grossen Wasserpool mit Wasserfall, der uns so gut gefällt, dass wir spontan beschliessen, zu bleiben. Direkt oberhalb befindet sich ein kleiner Rastplatz mit WC, Tischen und Bänken und natürlich einem Grill samt Feuerholz. Den verbleibenden Tag verbringen wir im Wasser um uns, nach einem erquicklichen Morgenbad von Western Australien zu verabschieden.
Land unter
Der Zyklon „Monika“ ist zwar inzwischen vorbeigerauscht, seine Ausläufer aber haben das Top End, wie die Australier den Norden des Northern Territory nennen, noch fest im Griff. Alles ist überschwemmt, viele Strassen unpassierbar und sogar auf dem Victoria Highway müssen wir überflutete Strassenabschnitte durchqueren. Leider bleiben uns auch viele Attraktionen verwehrt. Geplant hatten wir zum Beispiel eine zweitägige Kanufahrt in der Katherine Gorge, ein Schluchtensystem, durch das sich der Katherine River seinen Weg bahnt. Wegen akuter Salzwasserkrokodilgefahr ist das aber leider nicht möglich. Zum Glück. Denn wie wir Tage später aus der Zeitung erfahren, wurde ein fünf Meter langes Salzwasserkrokodil aus dem Katherine River gefischt. Aber wir können das beeindruckende Gebiet auf einem Ausflugsboot erkunden. Am Ufer aalen sich Süsswasserkrokodile in der Sonne. Bei einem Zwischenstopp bewundern wir Felsmalereien der Aborigines und an einem rauschenden Wasserfall legen wir einen erfrischenden Badestopp ein.
Wir übernachten auf dem angrenzenden Campingplatz und werden am nächsten Morgen, kurz vor Sonnenaufgang lautstark von tausenden heimkehrenden Flughunden geweckt. Der Lärm, den sie dabei machen ist unheimlich laut und erinnert ein bisschen an schreiende Kinder. Dazu kommt ein Gestank von den Exkrementen, dass wir uns eher im Tropenhaus eines Zoos als auf einem Campingplatz wähnen. Aber erst einmal munter geworden haben wir uns fast an den Geruch gewöhnt und beobachten fasziniert das Gezeter und Gestänker der possierlichen Tiere.
Auch der, mit seinen 20.000 Quadratkilometern grösste australischen National Park, der Kakadu National Park, ist teilweise überflutet und grosse Teile sind gesperrt. Ebenso steht das, sich ständig verändernde, Yellow Water Feuchtgebiet, komplett unter Wasser. Doch dafür lässt es sich direkt vom Campingplatz aus mit einem Ausflugsboot erkunden. Noch vor Sonnenaufgang beginnt die zweistündige Tour, die nicht nur Ornithologen begeistert.
Die Yellow Water sind nicht gelb, wie man es vielleicht erwarten könnte. Aber sie waren es. Früher zogen durch die Region ganze Horden von Wasserbüffeln, die den gelben Schlamm aufwirbelten und das Wasser trübten. Da die Wasserbüffel die Landschaft extrem in Mitleidenschaft gezogen haben wurden sie gejagt und heute existieren nur noch wenige Exemplare. Vor uns liegt jetzt eine verzauberte Welt. Im Schummerlicht der frühen Morgenstunden sieht die von spiegelglattem Wasser eingeschlossene Landschaft wie aus einem Feenmärchen entsprungen aus. Riesige Bäume stehen mit verkohlter Rinde tief im Wasser und beweisen mit frischen Trieben und grünen Blättern, dass der australischen Fauna anscheinend weder Wasser noch Feuer schaden kann. Neben Seeadlern und Kingfischern treffen wir hier das erste Mal auf frei lebende oder besser frei herum schwimmende Salzwasserkrokodile. Kein Wunder, das Teile des Kakadu Nationalparks eine perfekte Kulisse für den Film „Crocodile Dundee“ abgegeben haben. Aber nicht nur für seine einzigartige Flora und Fauna ist der Nationalpark berühmt. Über 50.000 Jahre alte Felsmalereien der Aborigines können am Nourlangie und Ubirr Rock bestaunt werden.
Nach den anstrengenden letzten Wochen lassen wir es uns auf dem Weg zurück nach Darwin noch einmal so richtig gut gehen: Zwei Tage Badeurlaub unter tropischer Sonne stehen auf dem Programm. Nur nicht an einem der Traumstrände in Darwin. Erst ab Mitte Mai kann hier wieder gebadet werden. Im Moment schwimmen noch die höchst unangenehmen Würfelquallen im Meer herum. Wir bevorzugen das Badeparadies im Litchfield National Park, etwa 130 Kilometer südlich von Darwin. Eingebettet in eine wunderschöne subtropische Landschaft locken einzigartige Felsengrotten mit natürlichem Whirlpool und verschiedene Wasserfälle zum fröhlichen herumplanschen.
Zurück in Darwin verbringen wir unseren letzten Abend auf dem Mindel Beach Sunset Market. Ein würdiger Abschied. Von den 100.000 Einwohnern der Stadt trifft sich von Mai bis Oktober bestimmt die Hälfte, jeden Donnerstagabend, am Mindel Beach zum Sonnenuntergangs-Markt. Mit Kind und Kegel, Campingtisch und -stühlen kommen die Bewohner von Darwin an den Strand und machen es sich unter den Palmen gemütlich. Im Gepäck Wein und Bier aus der Kühltasche und zum Essen gibt es die verschiedensten Köstlichkeiten von den vielen Ständen des Marktes. Wir schauen dem bunten Markttreiben zu, kaufen diverse Mitbringsel für die Lieben daheim und geniessen unseren erst einmal letzten Sonnenuntergang in Australien. Denn wir kommen wieder!
INFO-BOX
Visum:
Zur Einreise nach Australien benötigt man ein Besuchervisum, das entweder bei der Australischen Botschaft oder direkt bei Reiseveranstaltern und Fluggesellschaften beantragt werden kann.
Verkehr:
In Australien herrscht Links-Verkehr. Außerhalb von Ortschaften und nach Einbruch der Dunkelheit zu fahren ist gefährlich. Zum einen ist man nicht versichert und zum anderen springen, vom Licht angezogen, Kängurus vors Auto. Leider findet man überall, links und rechts der Straßen die Überreste solcher Kollisionen.
Literatur und Karten:
Es ist schwer gute Reiseführer über das Northern Territory zu finden. Wirklich geholfen hat uns aus dem Iwanowski’s Reisebuchverlag „Australien mit Outback“ von Steffen Albrecht, ISBN 3-923975-38-4 und der Lonely Planet Reiseführer „Northern Territory & Central Australia“ ISBN: 1741042240. (allerdings nur in Englisch erhältlich)
Die beste Straßenkarte ist Hallwag Atlas „Australien“ mit Allrad-Routen und Stadtplänen ISBN 3-8283-0592-X.
Die allerdings beste Reisevorbereitung ist das Lesen von Bill Brysons „Frühstück mit Kangurus“ – ein Muss für alle Australien-Reisenden! ISBN: 978-3-442-30931-3
Trinkwasser:
Trinkwasser ist in Australien lebenswichtig. Deshalb gibt auf fast jedem Rast- oder Campingplatz und selbst auf fast allen Wanderwegen Trinkwasser-Reservoirs. Selbst in Restaurants und Pups wird Trinkwasser umsonst ausgeschenkt.
Mietmobil:
Britz & Maui,
Tel. 0061 3 837 8890, www.britz.com, www.maui-rentals.com
Britz Australia Rentals,
17 Bombing Road,
Winnellie NT 0820,
Tel: 0061 08 8981 2081, www.britz.com.au
Informationen:
Tourism Northern Territory
60311 Frankfurt,
Tel. 0049 69 27400618,
www.australiasoutback.de , www.centralaustraliantourism.com , www.australiasoutback.com
Spezialveranstalter:
Australasia Travel Service (BOSP), www.australasia.ch
Boomerang Reisen, www.pacific-tours.ch
Camperworld Reisen, www.camperworld.ch
Dreamtime Travel AG (BOSP), www.dreamtime.ch
Kuoni Reisen AG, www.kuoni.com
Flextravel TUI Suisse, www.imholz.ch
Hotelplan, www.hotelplan.ch
Skytours, www.skytours.ch
5 Kommentare
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Sehr ausführlicher Bericht! Alle Achtung!
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Viele Grüße aus der Caravaning-Reiseblog-Redaktion
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